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«Langeweile gibt es bei mir nicht!»

March 21, 2017

 

Janine Rensch – Porsche Green Club

 

Es ist dieser unverkennbare schottische Schalk, den man bei der Begegnung mit Janine Rensch gleich in den ersten Minuten verspürt. Dieses Leuchten in ihren grünbraunen Augen, die einem unter den Fransen der modischen Kurzhaarfrisur keck entgegenblitzen, dieses Krausen der spitzen Nase, wenn die passionierte Golferin und Porschefahrerin lacht, was sie im Verlaufe des Gesprächs charmant und oft tut. Janine Rensch ist ein fröhlicher und bodenständiger Mensch, der im Laufe seines mittlerweile 60-jährigen Lebens überraschend unterschiedliche Stationen durchlaufen hat.

 

Eine der grossen Konstanzen im Leben der gebürtigen Schottin bildet das Golfspiel, wie sie sagt: «Zusammen mit meinen Eltern verbrachten mein Bruder und ich bereits von Klein auf alle Ferien im heute berühmten Gleneagles Hotel in Schottland. Damals begleiteten wir unseren Vater jeden Morgen auf seine Golfrunden. Sobald wir alt genug waren, spielten wir selbst mit. Wir gingen bei jedem Wetter raus aufs Green. Eine Erinnerung, die mir bis heute geblieben ist.» Nach den unbeschwerten Jugendjahren in Edinburgh verschlug es die 16-jährige Janine für einen Ferienjob an die Londoner Börse, wo sie bald zu einer der ersten und wenigen weiblichen Börsenmaklerinnen Grossbritanniens wurde. Im Alter von 27 Jahren hängte sie den anspruchsvollen Job an den Nagel. Ihre Begründung dazu lässt einen weiteren Charakterzug der Schottin durchblicken: «Das Börsengeschäft war irgendwann langweilig, ein Job, der sich in meinen Augen nicht weiterentwickelt. Der Ausblick, für den Rest meines Lebens sehr viel zu verdienen und immer das gleiche zu tun... no thank you! Langeweile gibt es bei mir nicht. Wenn die Gefahr dazu besteht, dann mache ich etwas anderes.» Gesagt getan. Weil Janine Rensch mit ihrem Vater schon immer viele Kunstausstellungen besucht hatte und irgendwann die Kunstsammler-Passion für sich entdeckte, lag ihr nächster Schritt nahe. Es wurde ein Studium der Modernen Kunst in London.

 

Von der Kunsthändlerin zur Cemballo-Lehrerin

Das Studium ging mit dem Umzug nach Montreux einher, der Liebe wegen. Janine Rensch folgte ihrem damaligen Partner, einem Designer und Architekten, in die Schweiz. Von da aus betrieben die beiden erst in London und später auch in München Kunstgalerien. Selbst mit der Arbeit in London unter der Woche und dem Pendeln nach Montreux fürs Wochenende behielt Janine Rensch ihren Frohmut. Auch wenn ihr der Umzug von der Weltstadt London an den Genfersee nicht leichtgefallen war. Die Geburten der beiden Töchter trugen ihren Teil dazu bei, das Landleben in der Schweiz erträglicher zu machen – oder waren es vielleicht auch die vergnüglichen Ausfahrten mit dem Porsche 928? Den hatte sie sich noch als junge Börsenmaklerin gegönnt. Und der Wagen begeisterte sie auch als späteres Familienwagen. «Der 928 war ein Superauto! Die Kinder fanden darin bequem Platz und auch fürs Gepäck gab es ausreichend Stauraum. Ich habe mit meinem Porsche manch schöne Fahrt zwischen Montreux und London unternommen, und das immer problemlos.» Nach acht Jahren in Montreux hatte Janine Rensch aber definitiv genug von der ländlichen Ruhe. «Kuhglocken und Schafe kann ich nicht mehr ausstehen!» 1989 folgte auf den Verkauf der beiden Galerien deshalb der Umzug nach Zürich.

 

Zürich stand für die mittlerweile Ex-Börsenmaklerin und Ex-Galeristin schon lange zuoberst auf der Wunschliste. «Ich wollte schon immer nach Zürich, da bin ich glücklich.» Denn in der Limmatstadt fand sie das passende Kunst- und Kulturangebot. Kaum verwunderlich, dass hier der nächste Schnitt in Janine Rensch's Biographie folgte. Ob die herrliche Aussicht von ihrem neuen Daheim aus dafür sorgte, das in unmittelbarer Nachbarschaft des Zürcher Nobelhotels Dolder steht, oder ob sie im Konzertsaal der Zürcher Tonhalle von der Muse geküsst wurde, daran kann sie sich nicht mehr erinnern. Jedenfalls begann sie mit einem Musikstudium und lernte das Cemballo zu beherrschen. Die Ausbildung bis zur Musiklehrerin passte perfekt zur Konstanzen in ihrem Leben: Immer wieder etwas Neues zu lernen fällt ihr scheinbar leicht, wie sie sagt: «Meine Lebensschritte sind Zufälle – und man muss das Beste aus den Zufällen machen.»

 

Mit Bescheidenheit zum Erfolg

Kein Zufall war für Janine Rensch die Rückkehr zum Golfsport. Mit 40 Jahren habe sie nach einer rund 20-jährigen Pause neue Lust verspürt auf Golf, mit etwa 45 Jahren hatte sie dann endlich wieder Zeit, damit von Neuem zu beginnen. Und der Golfvirus packte sie rasch wieder. Seit ihrer Rückkehr aufs Green ist der Sport eine feste Konstante in ihrem Leben geworden. Wenn sie in ihrem Haus in Schottland weilt, spielt sie nach eigenen Angaben täglich Golf, «mehr oder weniger bei jedem Wetter, Regen macht mir dabei nichts aus». In Gehdistanz zu ihrem Domizil befinden sich gleich drei Golfplätze. Und auch in Zürich liegt der 9-Loch-Platz des Golf Clubs Dolder gleich vor ihrer Haustüre. Dass sie und ihr heutiger Partner Aufnahme in diesem exklusiven Golfclub gefunden haben, erwähnt sie ohne Dünkel. Die Bescheidenheit und vornehme Zurückhaltung gehört zur Person Janine Rensch. Denn auch die Tatsache, dass sie mittlerweile von ihrem geliebten Porsche 928 Abschied genommen hat und auf einen allradgetriebenen Porsche 911 Turbo des Typs 997 umgestiegen ist, weil ihr der alte Wagen auf der schneebedeckten Steigung zu ihrem Wohnsitz nicht mehr sicher genug erschien, erwähnt sie so nebenbei.